Ausländer im Justizvollzug

Einige Fakten zu ausländischen Gefangenen.

Der Anteil der Gefangenen ausländischer Staatsangehörigkeit an der Gesamtbelegung der Justizvollzugsanstalten des Landes Nordrhein-Westfalen beträgt rund 28 Prozent. (Mehr Daten finden Sie auf der Seite Statistik).

Der überproportional hohe Anteil der Ausländer an den Inhaftierten stellt die Justizvollzugsanstalten in ihrem Bemühen um eine den Vollzugszielen möglichst umfassend gerecht werdende Ausgestaltung des Vollzuges auch für diese Gruppe der Gefangenen vor zahlreiche Schwierigkeiten. Die mit der Freiheitsentziehung verbundenen Beschränkungen treffen im Strafvollzug zwar alle Gefangenen; für ausländische Gefangene sind sie aber besonders spürbar, weil ihnen weithin die Voraussetzungen dafür fehlen, sich in der zusätzlich isolierenden Umgebung einer Justizvollzugsanstalt zurechtzufinden und nach dem geltenden Recht auch ihnen zustehende Chancen wahrzunehmen.

Als Hindernisse, die nur schwer zu überwinden sind, erweisen sich namentlich die Sprachbarriere und die Herkunft aus Kulturkreisen, die sich von dem deutschen oft wesentlich unterscheiden.

Die Justizverwaltung konzentriert im Rahmen der Richtlinien der Landesregierung ihre Bemühungen darauf, dass Ausländer und Deutsche im Strafvollzug gleichbehandelt werden. Diese Bemühungen erstrecken sich insbesondere auf den Abbau der Sprachbarriere sowie Maßnahmen der Aus- und Weiterbildung sowie der Integration.

Auch die ausländischen Gefangenen haben das Recht und die Möglichkeit, ihre Religion auszuüben. Diesen Wünschen wird in den Anstalten Rechnung getragen. Auch räumen die geltenden Vorschriften den ausländischen Gefangenen dieselben Möglichkeiten ein wie deutschen Gefangenen, ihr Informationsbedürfnis durch Bezug von Zeitungen und Zeitschriften sowie die Teilnahme an Hörfunk und Fernsehen zu befriedigen. Fremdsprachige Literatur wird in den Gefangenenbüchereien vorrätig gehalten.